Seelenpartner- die Königsdiziplin! Teil 1

Selbstliebe wird meist dual verstanden – und zu allererst blicken wir ausschließlich in den Spiegel des anderen. Bis wir uns langsam selbst als die Ursache dessen, was wir erleben, erkennen.

Zuerst einmal, lass dich nicht verunsichern von all den Menschen, die nicht in einem solchen Prozess wie du stecken, denn sie können nicht annähernd nachempfinden, auf welchen steinigen Weg du dich gemacht hast… einen Weg, der am Ende zu dir selbst führt.

Aber betrachte diese Menschen auch als Spiegel, als Spiegel deiner Zweifel, ob du deinem Instinkt, deinem Gefühl vertrauen darfst, was mit dir passiert.

Das, was du hier an Transformation durchläufst, ist die Königsdisziplin, denn du kommst erst – und das oft nach vielen Jahren – am anderen Ende des Tunnels als Phönix heraus, der seiner eigenen Asche entsteigt – wenn du der Asche des gigantischen Überbaus eines sich schuldig fühlenden, mangelbehafteten Ichs entronnen bist, das seine Existenz nur auf Leiden und Mangel und Verletzung seiner selbst errichten konnte.

Schau in den Spiegel des Menschen, den du so liebst wie keinen zuvor… und du weißt, wo du stehst.

Die Phasen der Spiegelei… (nein, nicht Spiegel-Ei :-))

1. Abschnitt

Der Fehlerhafte

Du steckst zu Beginn fast vollständig in der Projektion aller Ursachen für dein Glück und Unglück im Außen. In der ersten Phase scheiterst du an all deinen Bewertungen, Verurteilungen, Bedingungen und Forderungen, indem du deine Mauern zusammenbrechen lässt- eine nach der anderen. Du kommst nicht weg, du musst es mit dir geschehen lassen. Du brichst dir im wahrsten Sinn jeden Zacken aus deiner Egokrone.

Du bist, wenn du auf deinen Seelenpartner triffst, ohne es selbst zu bemerken, beziehungsmäßig ziemlich verkorkst und verhärtet.

Du glaubst natürlich über dich, dass du absolut in der Lage bist zu lieben, und nur er nicht 😉

Du wirst durch ihn mit deiner Hauptidentifikation – deiner uralten Opferrolle konfrontiert:

Ich werde abgelehnt.

Du projizierst die Ursache deiner Probleme und deines Leidens auf deine Vergangenheit (Kindheit, vorangegangene Partner) und in der aktuellen Situation auf dein Gegenüber, sobald er sich dir auf alle mögliche Art und Weise entzieht und dir nicht gibt, wonach du dich sehnst.

Du glaubst natürlich zu lieben, aber das, was du für Liebe hältst, ist hauptsächlich Sehnsucht danach, geliebt zu werden. Du knüpfst deine Gefühle an unendliche viele Erwartungen und Forderungen, teilweise bewusst, aber größtenteils unbewusst. Diese Erwartungen und Forderungen kommen aus deiner vermeintlichen Kleinheit als ICH, dem Gefühl der Unvollkommenheit und des Mangels, für welches du unbewusst (göttliche) Bestrafung in Form von Ablehnung erwartest.

Daraus entstand eine neurotische Angst, wieder verletzt zu werden. Alle deine Mechanismen springen an, vor allem Selbstschutz, die Liebe erst an dich heranlassen zu können, wenn ER dir das Gefühl gibt, dass du dich hinter deinen Mauern sicher fühlen kannst. Erst dann wärst du bereit, dein Gefängnis zu verlassen. Gefängnis deshalb, weil dein Selbstschutz ein Gefängnis ist, denn du bist nur dann bereit dich zu öffnen, wenn erst alle Bedingungen erfüllt sind (was nie geschieht, solange du deine Ängste nicht geheilt hast, denn sie sind ein Faß ohne Boden. Da das ICH das Gefühl der Unvollkommenheit niemals loswirst, weil es ja nur ein Teil des Ganzen ist und nicht das Ganze selbst, ersinnt es ständig neue gründe und Ursachen für seinen selbst wahrgenommen Mangel). Da du aber die Ursache dafür nach außen projizierst (deine Kindheit, deine schlimmen Eltern, deine furchtbaren Erfahrungen), kannst du natürlich die Lösung oder Erlösung auch nur von außen erwarten. Du bist in einem Kreislauf von Erwartung und natürlich Enttäuschung gefangen.

Der andere hat so und so zu sein, dir das und das zu geben, auf diese und jene Art. Und so schützen dich deine Mauern nicht vor erneuten Verletzungen, sondern sie sind es, die dir permanent neue Verletzungen zufügen, denn sie sperren dich ein und die Liebe in Form eines anderen Menschen aus.

Er spiegelt dir in dieser Phase deine abgelehnten Anteile, deine Schatten, deine Verhärtung dir selbst gegenüber, deine unüberwindlichen Mauern, die du vor die Liebe gesetzt hast und deine Urteile und Selbstbetrafung.

Du bist permanent in Gedanken bei ihm und wälzt abwechselnd Ursachen, Schuld und Lösungsversuche, dem zu entkommen. Dabei leidest du wie ein Hund.. eben diese Selbstverletzung, die du dir zufügst, solange du hinter deinen selbsterrichteten Mauern sitzt und dich hinter deinen Identifikation, Glaubensmustern und Konzepten verbarrikadiert hast und darauf wartest, dass er diese Mauern durchbricht und zu dir vordringt, um dich zu retten.

Du siehst ihn als Ursache deines Leidens und als möglichen Erlöser.

In den kurzen Momenten höchsten Glücks – z.B. bei etwaigen Zusammentreffen – erlebst du parallel zur Glückseligkeit auch immer Schmerz, Ängste, Zweifel und kannst es nicht vollständig genießen, sondern denkst bereits an den Abschied und das Danach.

Du versuchst zu agieren, obwohl ER alle Eckdaten eurer Beziehung bestimmt. Er entscheidet, ob und wann er sich meldet. Er entscheidet, ob und wann er dich sehen will. Und du versuchst, das zu beeinflussen.

Du versuchst, ihn dazu zu bringen, sich für dich zu entscheiden. Du ziehst ständig an ihm und versuchst ihn auf alle mögliche Art und Weise von dir und eurem Glück zu überzeugen, indem du permanent verfügbar bist und ihm alles gibst, ohne dass er sich darum bemühen müsste.

Diese Phasen wechseln sich ab mit Frustentscheidungen, dem Rückfall in deine Widerstände und dem Versuch, dieser Liebe zu entkommen. Du machst Schluß, du versucht es mit anderen Männern, Kontaktabbrüche, alle möglichen Ersatzstrategien von der „Freundschaft“ bis zur „Affaire“ mit ihm, denn du glaubst zeitweilig immer wieder, es im Griff zu haben. Du redest es dir mal schön und mal schlimm.

Doch alles scheitert, sowohl das Hin, als auch das Weg von ihm. Und so werden deine Pendelbewegungen kleiner und du kreist immer öfter um deine Mitte.

Nach und nach erkennst du: Egal, was er dir „antut“ oder was geschieht, die Liebe ist danach immer noch da, du kannst ihr nicht entkommen. Allerdings kannst du sie auch nicht haben.

Du akzeptierst langsam eine Sache nach der anderen, du fängst an, dich zu öffnen. Du erkennst, dass du TROTZ diesem und jenem Hadern mit seinem Verhalten oder seiner Lebensituation eine tiefere Ebene in dir hast, die davon nicht berührt wird… Liebe. Du „verzeihst“ eins nach dem anderen und erkennst, dass du damit doch leben kannst, wie es ist oder wie er ist.

Diese Phase dauert am längsten, oft viele Jahre, da sie viele Schichten und Runden durchläuft, in denen alle Muster immer wieder bedient werden, aber mit der Zeit an Dichte, Tiefe und Härte verlieren.

2. Abschnitt

Die Fehlerhafte

Du beginnst zu verstehen, dass er dich in jedem einzelnen Punkt spiegelt. 

Nun beginnt die Umkehrphase.

Deine Gedanken sind immer noch sehr oft bei ihm, aber immer öfter reflektierst du das nun, was du über ihn denkst und wie du ihn oder seine Situation bewertest und erkennst dich selbst darin.

Du holst die Ursache (die gefühlte Schuld des ICHs) zu dir zurück.

Du fängst an, jedesmal, wenn du etwas über ihn urteilen willst, in dich zu gehen und dich zu fragen:

Was ist in mir, dass ich das im Spiegel dieses Menschen wahrnehme?

Wo bin ich genauso?

Was tut nicht er mir an, sondern ich mir selbst?

Du begreifst, dass seine Ablehnung die Ablehnung ist, die du gegen dich gerichtet hast. DU lehnst DEIN Sosein ab, du hältst DICH für mangelhaft und unwert.

Aus „Er ist noch bereit“ wird „ich bin noch nicht bereit“.

Aus „Er kann sich nicht für mich entscheiden“ wird „Ich kann mich nicht für mich entscheiden.“

Aus „Er muss sich um 180 Grad drehen“ wird „Ich muss mich (und mein Verhalten ihm gegenüber) um 180 Grad drehen“.

Er hat deiner Meinung nach Ängste, sich auf dich einzulassen? DU hast Ängste, dich auf dich einzulassen und auch auf IHN. (Jaja, ich weiß, DU würdest ja, aber ER!!!

Und das auch nur, wenn er so und so und dieses und jenes… 🙂

In dieser Phase der Selbstreflektion, wo du dich erstmals mehr mit DIR selbst als Ursache deiner Erfahrungenauseinandersetzt, kommt er viel zugewandter auf dich zu. Er ist aufgekratzt, mutiger, spricht über seine Gefühle zu dir und über seine Ängste und Zweifel. Denn DU hast ein wenig den Raum dafür freigegeben, weil du jetzt mehr um dich kreist als um ihn. Du siehst ihn als Boten, reagierst nicht mehr so häufig verletzt oder enttäuscht, sondern nimmst das, was sich durch ihn zeigt, zum Anlass und als Chance zur Selbsterkenntnis und Heilung.

Du wirst dankbarer durch diese Erfahrungen und Gelegnenheiten, dich selbst erlösen zu können.

In dieser Phase dreht sich dein ganzes Denken nicht mehr nur darum, dass er sich für dich entscheidet, sondern du fragst dich nun, was ist, wenn er dies wirklich tut? Würde ich mich dann auch für ihn entscheiden? Oder geht es überhaupt erst einmal ausschließlich darum, dass er mich haben wollen soll…

Das erste Mal macht dir der Gedanke, dass er mit Sack und Pack vor deiner Tür stehen könnte, etwas Flauheit im Magen. Was, wenn die Taube auf dem Dach zum Spatz in der Hand wird?

Diese Gedanken legen eine neue Ebene frei, die du bislang gar nicht wahrnehmen konntest:

1. Was ist, wenn ich er meinem Bild von ihm nicht standhält?

Und dies führt dich unweigerlich zur Selbst-Erkenntnis:

2. Was, wenn ich SEINEM Bild von mir nicht standhalte?

Du spürst erstmals deine Angst, wenn er zu dir kommt und dich sieht in all deiner Unvollkommenheit 😮

Verlässt er dich wieder? Genügst du ihm überhaupt? Kannst du dauerhaft dem Traumfraustatus, den er dir gegeben hat, entsprechen? Oder würdest du vielleicht selbst immer wieder die Beziehung sabotieren durch deine eigenen Ängste und Unvollkommenheitsgefühle, die du ihm überstüplst als deinen ERLÖSER.

Dahinter steckt die Angst des kleinen, sich als TEIL des GANZEN wahrnehmenden ICHs vor dem Absoluten, dem Göttlichen, der Ganzheit, der unvorstellbaren Macht der reinen Liebe. Es ist die Angst des ICHs vor Gott.  Denn nicht nur deine Schuld und Kleinheit spiegelt dein Seelenmann, auch Gott offenbart sich dir in der (körperlichen) Form dieses Mannes. Himmel und Hölle. Größtmögliche Grätsche der Dualität, der beiden Pole in dir.

All deine bisherigen Schuld- und Ursacheprojektionen auf andere Menschen haben nur dazu gedient, von deinen eigenen Schuldgefühlen Ich bin es nicht wert, Ich bin niemals gut genug (fürs Paradies, den Himmel, das absolute Ankommen und Angenommensein), Ich bin noch nicht so weit (erst muss ich noch dies und das verbessern und jenes erreichen) abzulenken und die Schuld an dem Schmerz, vom Göttlichen verstoßen, verlassen worden zu sein und nicht zurück zu dürfen, nicht permanent spüren zu wollen.

Doch je mehr man diesen Schmerz versucht zu vermeiden und ihn verleugnet oder ablehnt, desto größer wird er. Denn man kann nur erleben, was der Frequenz des eigenen Bewusstseinsfeldes entspricht.

Da man sich der Ursache aber nicht bewusst werden möchte, denn dazu müsste man das ganze Ausmaß bereitwillig fühlen wollen und die Verantwortung dafür übernehmen, macht man es sich leicht, indem man dem, was das eigene Bewusstseinsfeld in Erscheinung treten lässt in der sogenannten „Realität“, die Schuld für das Leiden gibt.

Man reagiert also auf das, was man zuvor durch seine Emotionen erschaffen hat, und lehnt es erneut ab…

was das Bewussteinsfeld weiter verdichtet… und wieder neue noch negativere Erfahrungen erschafft.

Das nennt man TRENNUNG.

Ich erschaffe „im Außen“ den Spiegel meines unbewussten Inneren und distanziere mich dann davon, indem ich es bewerte (meist verurteile). Durch diese illusorische Wahrnehmung des Getrenntseins von etwas oder jemandem bestätigt sich das ICH fortwährend seine eigene Existenz!

Ein Teufelskreislauf. Denn das ist der Teufel, die Hölle. Sie ist in uns. Und wir sind darin gefangen, weil die Mauern, die wir gegen Verletzung und Bestrafung „von außen“ errichten, diese Hölle in uns einsperren und festhalten. Doch wir sind unbewusst genug zu glauben, die Mauern schützen uns vor etwas außerhalb von uns… dabei ist das „Außen“ bereits die manifestierte Projektion unseres gespaltenen dualen Wesens. Die Ursache für ALLES ist zuerst in dir.

In dieser Phase wir dir teilweise bewusst, wie dein Verstand als Werkzeug des dualen ICHs das schlechte Urgefühl des ICHs dazu benutzt, Unvollkommenheit in deinem Denken, Handekn und Sein zu kreieren. Deine vermeintlichen „Fehler und Makel“, die du wie ein Schutzschild vor dir herträgst, mit denen du meist haderst, aber auch oft kokettierst, und sie noch häufiger dazu benutzt, dich zu erniedrigen, zu verstecken und Gründe zu ersinnen, warum viele Dinge in deinem Leben keinen Sinn machen oder für dich unerreichbar sind oder du sie gar nicht erst in Angriff nehmen musst, dienen dir als Bequemlichkeit, weiter in deinen Idenditäten zu verharren und dich wie eine Marionette deinem konditionierten dualen Denkfluss auszuliefern.

Diese Phase dauert auch noch eine ganze Weile, und sie mischt sich auch immer wieder mit der ersten Phase. Du schwappst hin und her, aber deine Bewusstheit wird immer größer und dein Bewusstseinsfeld lichtet sich.

Viele Frauen erkennen hier das alte Gerüst ihres Lebens, welches sie endlich verlassen dürfen oder ändern, aber oft ist Neuland noch nicht in Sicht. Das Alte funktioniert nicht mehr, man ist plötzlich viel klarer auf sich selbst geworfen, erkennt die alten Strukturen und weiß, dass sie keinen Sinn mehr machen. Doch eine Alternative ist noch nicht in Sicht und eine definitive Entscheidung für sich selbst ist noch nicht möglich…

Quelle: Seelenpartner- die Königsdiziplin!  Teil 1 – Ute Strohbusch – Lebe deine kraftvolle Weiblichkeit! Coaching – Beratung – Seminare

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