Elon Musk: Geringe Chance, dass unsere Realität keine Simulation ist

Am Mittwochabend war Elon Musk mal wieder ganz in seinem Element. In einer Talkrunde auf der Recode Code Conference, in der er sich den neugierigen bis absurden Hypothesen des Publikums stellte, antwortete der Geschäftsführer von SpaceX und Tesla auf jede Frage, als hätte er sich schon seit Jahren den Kopf über genau diese Themen zerbrochen. Wahrscheinlich hat er das sogar auch.

Eine Frage jedoch stieß in besonderer Weise aus der Diskussion heraus und hinterließ nach ein paar ersten Lachern ziemlich nachdenkliche Gesichter. Musk zeigte sich nämlich überzeugt davon, dass wir mit einer Wahrscheinlichkeit von „eins zu Milliarden“ NICHT in einer Computersimulation leben. Der visionäre Geschäftsmann ist also der Überzeugung, dass das Universum, wie wir es kennen, von einer hochentwickelten Künstlichen Intelligenz erschaffen wurde.

„Das beste Argument dafür, dass wir uns in einer Simulation befinden ist folgendes: Vor 40 Jahren hatten wir [das Videospiel] Pong, zwei Rechtecke und einen Punkt“, sagte Musk. „So sahen die Games damals aus. Jetzt, 40 Jahre später, haben wir fotorealistische 3D-Simulationen, die von Millionen Menschen simultan gespielt und permanent weiterentwickelt werden. Bald gibt es Virtual Reality, Augmented Reality, und wenn man sich jeden möglichen Fortschritt dazu ausmalt, dann werden sich die Games bald nicht mehr von der Realität unterscheiden lassen.“

Diese Hypothese eines simulierten Universums wurde in erster Linie von dem britischen Philosophen Nicholas Bostrom im Jahr 2003 formuliert. Die Annahme erlaubt drei unterschiedliche Erklärungsansätze für die Beschaffenheit unseres Universums, von denen jedoch nur einer zutreffen kann:

  1. Wir leben in einer Computersimulation.
  2. In fortgeschrittenen Zivilisationen herrscht eine starke Abneigung dagegen, „Ahnensimulationen“ zu kreieren. Bedeutet: Hochentwickelte Zivilisationen haben kein Interesse daran, Videospiele ihrer Vergangenheit zu entwickeln.
  3. Bevor sie überhaupt technisch in der Lage sind, ein simuliertes Bewusstsein zu entwickeln, gehen alle Zivilisationen irgendwie zugrunde.

Und die Philosophie ist nicht die einzige Disziplin, die die Beschaffenheit unserer Realität infrage stellt. Auch die Physik legt unterschiedliche Modelle vor, die unser Dasein in völlig neuem Licht erscheinen lassen könnten. So häufen sich die Hinweise darauf, dass unsere Realität ein gigantisches Hologramm ist, was wiederum nahelegt, dass die Physik einige Tücken hat, die wir uns schlichtweg (noch) nicht erklären können. Andere überlegen, ob es sich bei der vorherrschenden Lebensform unseres Universums um außerirdische Superintelligenzen handelt, und erst dieses Jahr diskutierte eine Gruppe bekannter Wissenschaftler über die Wahrhaftigkeit einercomputersimulierten Welt. Elon Musk marschiert mit seiner Behauptung also nur scheinbar auf den Pfaden des Wahnsinns.

Musk hält die erste von Bostroms drei Annahmen für korrekt. Er sagt, wir erstellten bereits heute Simulationen von allen möglichen Dingen und mit einer permanent zunehmenden Rechenleistung könnten wir vielleicht auch irgendwann simulierte Welten erschaffen.

Wie die moderne Physik beweist, dass wir in einem Multiversum leben

„Selbst, wenn der technische Fortschritt von jetzt an um das tausendfache abnimmt—mal dir mal die Zeit 10.000 Jahre in der Zukunft aus, was in der Evolution nichts ist. Wir befinden uns auf einer Zeitschiene in Richtung von Computerspielen, die sich von der Realität nicht mehr unterscheiden lassen. Und diese Spiele könnten mit einer Set-Top-Box oder einem PC gespielt werden, von denen es Milliarden gäbe. Die Chancen stehen also eins zu Milliarden, dass wir in der Wirklichkeit leben“, so Musk. „Sag mir, was an dieser Argumentation falsch ist. Wo ist der Fehler darin?“

Musk erklärte außerdem, dass von Bostroms Möglichkeiten die Simulation die angenehmste sei; die anderen sind genau genommen ein ganzes Stück trostloser als die Vorstellung, dass unsere Realität nicht real ist.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der Wirklichkeit leben, ist eins zu Milliarden“, sagte er. „Ich denke, es beläuft sich auf eins zu Milliarden. Wir sollten hoffen, dass das stimmt, denn andererseits hätte die Zivilisation aufgehört, sich weiterzuentwickeln, weil verschiedene Katastrophen unsere Zivilisation ausgelöscht haben. Ansonsten würden wir Simulationen kreieren, die sich nicht mehr von der Realtiät unterscheiden ließen oder wir würden aufhören zu existieren. Das sind die beiden Optionen.“

Musk hat schon einige Erfahrung mit Gedankenspielen dieser Art und weiß auch um ihre Grenzen. „Es ist schon verrückt, wie viele Simulations-Diskussionen ich schon hatte. Irgendwann drehte sich jedes Gespräch entweder um Künstliche Intelligenz oder Simulationen, sodass mein Bruder und ich uns schlussendlich darauf einigten, solche Themen wenigstens nicht mehr im Whirlpool anzusprechen. Das zerstört einfach die Magie.“

Quelle: Elon Musk: Geringe Chance, dass unsere Realität keine Simulation ist | Motherboard

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