Metaphysik für Anfänger – Teil 2: Östlicher Mystizismus – Taoismus, Buddhismus und Hinduismus

Der östliche Mystizismus kann mehr oder weniger in drei Hauptrichtungen unterteilt werden: Taoismus, Buddhismus und Hinduismus. Deren Vorläufer war, generell betrachtet, der antike indische Mystizismus, Jainismus genannt, der der Ausgangspunkt der Swastika als Symbol der Einheit mit dem Kreis des Lebens bildete. Diese ist eine der ältesten aufgezeichneten Religionen auf dem Planeten. Der Jainismus bildete sich schnell heraus und entwickelte sich unter der Vielzahl der östlichen Metaphysiken, die es heute in der Gesellschaft gibt. Wie viele Ideologien lassen Taoismus, Buddhismus und Hinduismus viele Interpretationen zu. Im Fall des Buddhismus zum Beispiel wurde er als Protest gegen das „religiöse Auflodern“ entwickelt, den der Hinduismus mit seinem Ritualismus und der Vielzahl von Göttern unter verschiedenen menschlichen Inkarnationen mit sich brachte.

Für die ursprünglichen Buddhisten waren die Rituale und Symbole der Veden (Hindus) eine Verwicklung geistiger Fähigkeiten und sie nahmen an, dass eine tiefere Form der metaphysischen Askese nötig war, um Realität wirklich zu verstehen. Als die Hindus versuchten, den Mikrokosmos der menschlichen Psychologie in Relation zum Makrokosmos des Kosmos zu verstehen, versuchten die Buddhisten, das genaue Gegenteil zu tun, indem sie den Makrokosmos des Kosmos analysierten (und die menschliche Gesellschaft), um ein tieferes Verständnis über das Selbst zu erlangen. Natürlich ist das auch etwas verallgemeinert, nachdem sich beide Philosophien auf beide Aspekte fokussierten. Um das noch einen Schritt weiter zu erklären: während der Hinduismus seine Theologie und seinen Symbolismus als Sinnbild für die Erfahrung nutzte, neigte der Buddhismus dazu, die menschliche Erfahrung als Gleichung für das Göttliche zu empfinden.

Inzwischen brachten in China antike Metaphysiker wie Lao-Tse diese Ideen des Mikro- und Makrokosmos auf einen gänzlich anderen, vielleicht zutreffenderen Level. Indem man Asketismus ähnlich dem Buddhismus und ein mystisches, selbstloses Gewahrsein ähnlich dem Hinduismus anwendet, kann der Taoismus vielleicht als die pragmatischste Metaphysik angesehen werden, da er Werke wie das I Ging [Das Buch der Wandlungen] hervorbringt, das als geometrischer Kodex dient, um die Natur des Tao (die Realität sozusagen) zu verstehen und zu entschlüsseln. Er kann hier als vollständiges Werk eingesehen werden.

Alle erwähnten Arten des Mystizismus waren sehr verbunden mit dem Konzept der Reinkarnation als spirituell-evolutionäres Weiterkommen durch die Illusion des Dualismus zwischen dem Physischen und Metaphysischen, im Buddhismus der „Schleier der Maya“ genannt. Es wurde gelehrt, dass geschaffene Energie nicht zerstört, sondern nur wiederverwertet werden kann und so hörte der gegenwärtige Moment aus Sicht der bewussten Seele nicht auf, durch Lebenserfahrungen regeneriert zu werden, bis das Individuum auf seinem Weg hinzu auf die „Erleuchtung“ die Beschränkungen seiner karmischen Begrenzungen verlor. Gemäss den östlichen Mystikern wurde Karma als eine Art physische Begrenzung mentaler Fähigkeiten angesehen; das bevorstehende tiefere Verständnis einer Person ihrer selbst und des Universums, um einen Zustand der metaphysischen Transzendenz zu erreichen. Dieser Zustand der Transzendenz wird grundsätzlich als allumfassende Integration in das „Tao“, oder die „göttliche Essenz“ aller Dinge betrachtet.

Als abschliessende Anmerkung zu diesem Abschnitt gibt es das gängige Missverständnis, dass östliche Mystiker keine Traditionen wie „Himmel“ und „Hölle“ oder „Engel“ und „Dämonen“ hatten. Es gibt grundsätzlich keine Form des Mystizismus, der nicht auch übernatürliche Wesen und unterschiedliche metaphysische Bewusstseinszustände beinhaltet. Für den Osten war es genau das, was Himmel und Hölle waren: Bewusstseinszustände, die während und nach physischen Inkarnationen auftraten. Ein Mensch hatte zu allen Zeiten im gegenwärtigen Moment die Wahl zwischen Himmel und Hölle – und ob sie es bemerkten oder nicht – die Menschen trafen immer die Entscheidung zwischen diesen beiden. Der östliche Mystizismus bemühte sich, den Gedankenprozess in Richtung göttliches Potential auszubilden und weg von der menschlichen Illusion. In dieser Hinsicht wurden die Zustände des karmischen Gedankenprozesses als bestimmender Faktor zwischen Himmel und Hölle betrachtet, eine Vorstellung, in die Dr. Stanislav Grof 50 Jahre psychiatrische Forschung mit dem Titel „Condensed Experience System“ (CoEx-Systeme).gesteckt hat.

Alles in allem kann der östliche Mystizismus als die Denkweise betrachtet werden, die während Zeiten spirituellen Hungers Pflege braucht. Ein Mann, der seiner Annehmlichkeiten beraubt wurde, wäre gezwungen, die Kostbarkeit in der Askese zu finden, wenn er gedeihen wollte; ein Mann, der der Liebe und Zuneigung beraubt wurde, wäre gezwungen, diese Dinge alleine in sich selbst zu finden, bevor er sie neu entdecken würde; und ein Mann mit dem turbulenten Wind rastloser Gedanken in seinem Kopf würde nur Frieden und Trost in der Disziplin des Leerens seines Geistes finden, sodass er neue und bessere Ideen entwickeln könne.

Quelle: Metaphysik für Anfänger – Teil 2: Östlicher Mystizismus – Taoismus, Buddhismus und Hinduismus | Transinformation.net

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