Weltveränderer: Edward Snowden

Edward Snowden

Lebensdaten: geboren am 21. Juni 1983
Nationalität: US-amerikanisch
Zitat: "Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles, was ich tue, jedes Gespräch, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird. (...) Ich denke, jeder, der eine solche Welt ablehnt, hat die Verpflichtung, im Rahmen seiner Möglichkeiten zu handeln." 


Snowden ist, nach "Wikileaks"-Gründer Julian Assange, der wohl berühmteste Whistleblower (Informant). Mit der Veröffentlichung geheimer NSA-Dokumente hat er der Öffentlichkeit wichtige, geheime Informationen zugänglich gemacht.

Wie Edward Snowden bisher lebte

Edward Snowden wurde am 21. Juni 1983 im US-Bundeststaat North Carolina geboren. 1999 begann er ein Studium der Informatik, das er zwischenzeitlich für einen Einsatz als Soldat im Irak-Krieg unterbrach. 2004, zurück in Amerika, verließ er die Universität ohne Abschluss. Dennoch startete er erfolgreich ins Berufsleben: Als IT-Sicherheitstechniker beim amerikanischen Geheimdienst CIA konnte er von Beginn an auf alle geheimen Dokumente und Informationen zugreifen. 2009 wurde Snowden befördert und Mitarbeiter in einem Büro der National Security Agency (NSA) auf Hawaii. In einem Interview verriet er später, dass er diesen Job nur angenommen hat, um die vermutete Spionage des Staates aufzudecken.

Wie Edward Snowden die Welt veränderte

Edward Snowden sah Dokumente, die bewiesen, dass die NSA die weltweite Internetkommunikation – also Emails, private Nachrichten und versendete Daten – beobachtet und überwacht. Besonders im Rahmen des G20-Gipfels, einem Treffen zwischen Politikern der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländern, habe die britische Regierung systematisch Unterhaltungen und Dokumente der anderen Nationen ausspioniert. Aber auch private Personen seien betroffen: Der Geheimdienst habe Telefonate, Chats und SMS mitgeschnitten und in Berichtsheften niedergeschrieben. Snowden kopierte dieses Beweismaterial und meldete sich bei der Arbeit krank. Aus sicherer Entfernung, Hongkong, verschickte er dann die Geheimdokumente an die amerikanischen Zeitungen „Washington Post“ und „The Guardian“. Am 6. Juni wurden die Dokumente dann veröffentlicht und der Skandal war geboren. Snowden trat drei Tage später vor die Kamera und gab dem „Guardian“ ein Video-Interview. Er sagte: „Ich erkannte, dass ich Teil von etwas geworden war, das viel mehr Schaden anrichtete als Nutzen brachte.“

Für die Veröffentlichung der Daten wurde Snowden vom FBI angezeigt. Der Vorwurf: Diebstahl von Regierungseigentum, widerrechtliche Weitergabe geheimer Informationen sowie Spionage. Jede dieser Straftaten ist mit einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren belegt. Snowden blieb in Hongkong, denn dort befand er sich in einer rechtsfreien Zone und konnte deshalb nicht festgenommen werden. Am 23. Juni floh er weiter nach Moskau. Von dort aus beantragte er politisches Asyl in 21 verschiedenen Ländern (unter anderem Deutschland). US-Präsident Barack Obama sagte, er werde keine Jets schicken, um einen 29 Jahre alten Hacker zu fassen. Dennoch häufen sich die Gerüchte, dass die USA großen Druck auf andere Staaten ausüben. So soll die Regierung allen Ländern, die Snowdens Flucht unterstützen oder ihm Asyl gewähren, mit einer Verschlechterung der Beziehungen gedroht haben. Amerika ist für viele Länder ein wichtiger Handelspartner. Aus diesem Grund lehnte wohl die Mehrzahl der Staaten den Asylantrag ab. Erst am 12. Juli gab Snowden bekannt, dass er ein Angebot von der russischen Regierung bekommen habe. Sein Ziel sei aber eigentlich ein südamerikanisches Land, damit er seine Freundin und Familie eines Tages wiedersehen könne. Am 1. August wurde bekannt, dass Snowden erst einmal für ein Jahr Asyl in Russland bekommen wird. Wie es dann weitergeht, ist noch nicht bekannt.

Snowden hat mit der Veröffentlichung der geheimen Daten für einen Skandal gesorgt. Weltweit fordern Menschen nun, dass die Überwachung gestoppt wird und der Whistleblower Snowden nicht mehr fliehen muss. Die betroffenen Politiker und Behörden selbst rechtfertigen die Online-Überwachung mit der Sicherheit der Bürger. Sie sind der Meinung, dass dabei keinerlei Grundrechte verletzt würden. Petitionen, also gesammelte Unterschriftenlisten im Internet, legen aber dar, dass Millionen Menschen von der Spionage geschockt sind und sie als Eingriff in ihre Privatsphäre betrachten.

Quelle: Weltveränderer: Edward Snowden

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