US-Unternehmer: „Ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, selbst wenn 90 Prozent der Menschen dann nur noch kiffen“

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens — also dass jeder Mensch monatlich einen bestimmten Geldbetrag erhält, ohne dafür irgendwelche Auflagen erfüllen zu müssen — wird in letzter Zeit immer öfter diskutiert: Der kanadische Bundesstaat Ontario will es an einigen ausgewählten Bürgern testen, diefinnische Sozial-Agentur KELA arbeitet an einem Entwurf, wonach jeder Finne monatlich 800 Euro erhalten soll, und in Deutschland verteilt dasProjekt „Mein Grundeinkommen“ bereits für ein Jahr je 1.000 Euro pro Monat an einige Glückspilze.

Doch das bedingungslose Grundeinkommen ist alles andere als unumstritten. Gegner und Kritiker befürchten hauptsächlich, dass sich ein bedingungloses Grundeinkommen nicht finanzieren lasse und dass es die Menschen faul mache. Doch Sam Altman, ein amerikanischer Unternehmer aus dem Silicon Valley, sagt jetzt: Stimmt nicht, und selbst wenn, wäre es egal.

Faulpelze sind vernachlässigbar

Altman steht an der Spitze der amerikanischen Start-up-Schmiede Y Combinator und wurde außerdem von „Forbes“ zum Top-Investor unter 30 Jahren gewählt. In einem Podcast für „Freakonomics“ beschäftigte er sich nun mit der Frage „Ist die Welt bereit für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ und kam zu einer eindeutingen Antwort: „Vielleicht werden 90 Prozent der Menschen dann nur noch Gras rauchen und Videospiele zocken, aber wenn es den anderen zehn Prozent die Möglichkeit gibt, unglaubliche neue Produkte, Dienstleistungen und Wohlstand zu schaffen, dann bringt das bedingungslose Grundeinkommen trotzdem noch einen riesigen Netto-Gewinn.“

Laut Altman schaffe ein bedingungloses Grundeinkommen für brilliante Menschen die Möglichkeit, endlich ihre Träume und Ideen verwirklichen zu können. Der daraus entstehende Gewinn sei groß genug, um nicht nur die Wirtschaft des Landes zu stützen, sondern auch den möglichen Produktivitätsverlust anderer zu kompensieren.

Eigenes Experiment geplant

Dass es aber so weit kommt wie in seinem Beispiel, also 90 Prozent der Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nur noch kiffen würden, glaubt Altman nicht. Denn zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sich Menschen durch „Extra-Geld“ sicherer fühlen und dass dieses Gefühl der Sicherheit dazu führt, dass sie mehr Leistung erbringenund nicht weniger. Ein bedingungsloses Grundeinkommen sei so motivierend, dass genug Menschen ihre neu gewonnene Freiheit nutzen würden, um außergewöhnliche Innovationen hervorzubringen. Der daraus generierte Wert würde locker ausreichen, um die fehlende Wirtschaftskraft der paar Faulpelze auszugleichen, so Altman.

Er selbst wolle auch bald ein Experiment mit dem bedingungslosen Grundeinkommen starten, schrieb Sam Altman bereits im Januar auf seinem Blog. Die Pläne sind allerdings noch ziemlich vage: Eine ausgewählte Gruppe US-Amerikaner solle fünf Jahre lang das Grundeinkommen erhalten und dabei von Forschern überwacht werden. Wann das Projekt starten soll, um wie viel Geld es geht und welche Wissenschaftler für das Projekt verantwortlich sein sollen, ließ er jedoch noch offen. Wir hätten zumindests einen guten Tipp für Altman, wo er sich Inspiration für sein Projekt holen kann.

Quelle: US-Unternehmer: „Ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, selbst wenn 90 Prozent der Menschen dann nur noch kiffen“ – Business Insider Deutschland

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s